Die hier bereitgestellten Informationen wurden aus folgenden Quellen zusammengetragen: Wikipedia, Webseiten des Bistums München-Freising, Gemeinde-Webseiten und Gemeinde-Chroniken.

Das Pfarrdorf liegt auf freier Flur, etwa 3 km westlich des Erdinger Stadtzentrums. Im Westen fließt der Mittlere-Isar-Kanal. Die erste urkundliche Erwähnung Aufkirchens erfolgte während der Amtszeit von Gottschalk von Hagenau als Freisinger Bischof. Damals übertrug ein Graf Otto seine Besitzung in Aufkirchen an das Domkapitel. Aufgrund des Kirchenpatroziniums ist ein hohes Alter der Pfarrei wahrscheinlich. Noch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein war die Kirche St. Johann Baptist geistlicher Mittelpunkt des gesamten Moosrains, der Landschaft am Rande des Erdinger Mooses. Erst 1884 wurde Moosinning zu Pfarrei erhoben, 1946 folgten Niederding und Schwaig. Seit dem 1. Mai 1983 ist Aufkirchen wieder mit den beiden letztgenannten Pfarreien in einem Pfarrverband vereinigt. Später kam noch die Pfarrei Eitting zum Pfarrverband dazu. Im April 2012 wurde eine Renovierung des Pfarrkirche abgeschlossen. Aufkirchen war einer der beiden Endpunkte der Basislinie Unterföhrung-Aufkirchen, als im Jahre 1801 die vollständige Vermessung Bayerns begonnen wurde. Die Basispyramide steht in der Nähe des Kraftwerks Aufkirchen.

Pfarrkirche St. Johann Baptist (1730)
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist in Aufkirchen ist ein stattlicher Barockbau des Erdinger Stadtmaurermeister Anton Kogler, der im Jahre 1725 begonnen und 1730 durch dessen Nachfolger Johann Baptist Lethner fertiggestellt wurde. Der prunkvolle Hochaltar ist ein Werk des Dorfener Altarschreiners Matthias Fackler von 1771. Der Aufbau wird von sechs gestaffelt angeordneten, korinthisierenden Säulen aus Stuckmarmor getragen. Die beiden im Aufbau identischen Seitenaltäre standen von 1736 bis 1770 in der Wallfahrtskirche Maria Thalheim bei Fraunberg und wurde nach Aufkirchen verkauft. Die reich geschmückte, rechteckige Barockkanzel stammt aus der Zeit um 1700 und wurde aus dem Vorgängerbau übernommen. Auch das Chorgestühl und die Beichtstühle stammen aus der Zeit des Rokoko. Der Taufstein wurde 1729 von dem Erdinger Steinmetz Christian Pemeram gefertigt. Erwähnenswert ist außerdem die reich geschnitzte Sakristeitüre, die um 1730 von Caspar Sandtner um 1730 angefertigt wurde. Die erste Orgel der Kirche, die 1735 von dem Landshuter Orgelbauer Franz Mitterreither erbaut worden war, ersetzte man 1819 durch ein neues Instrument des Moosburger Orgelbauers Ludwig Ehrlich. Die heutige Orgel, ein Werk des Münchner Orgelbauers Franz Borgias Maerz mit insgesamt zehn Register auf einem Manual und Pedal, wurde 1889 aufgestellt und besitzt einen Prospekt im Stil der Neorenaissance.

788 wurde die Siedlung „Ardeoingas“ das erste Mal urkundlich erwähnt. 891 schenkte König Arnulf den dortigen Königshof dem Domkapitel in Salzburg. Der Ortsname wird vom Personennamen Ardeo abgeleitet und bezog sich vor der Gründung der Herzogsstadt Erding 1228 auf Altenerding. Altenerding war seit 1483 Sitz einer Hofmark, die zeitweise im Besitz der Grafen von Haag war und später zum bayerischen Pfleggericht Erding zählte. Die Gemeinde Altenerding entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818. Die ehemalige Gemeinde umfasste zuletzt neben Altenerding die Orte Ammersdorf, Aufhausen, Bergham, Graß, Indorf, Itzling, Kiefing, Klettham, Neuhausen, Pretzen, Schollbach, Singlding, Straß, Voggenöd, Werndlfing und Ziegelstatt. Der Ort Sankt Paul gehörte ursprünglich auch zur Gemeinde Altenerding, von der wechselte er zwischen 1885 und 1900 nach Erding. Bis zur Volkszählung 1885 wird eine Einöde Wasenstatt als Ort aufgeführt. Bis 1924 gehörte Heilig Blut (Erding) zur Gemeinde. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde im Zuge der Gemeindegebietsreform in die Stadt Erding eingemeindet.

Pfarrkirche St. Mariae Verkündigung
Am 28. September 1716 erteilte das Freisinger Ordinariat die Genehmigung, die baufällige Pfarrkirche in Altenerding zu erneuern. Daraufhin wurde 1718 der alte Turm aus dem Jahre 1556 abgebrochen und schließlich im Jahre 1720 vom Erdinger Maurermeister Anton Kogler die Pfarrkirche erbaut. Am 20. August 1724 erfolgte die Weihe der Kirche durch den Freisinger Fürtsbischof Johann Franz von Ecker. Kogler fügte 1722 östlich die Sakristei an, die 1871 aufgestockt wurde. Die Pfarrkirche wurde seit der Erbauungszeit 1852, 1876, 1904 und 1956 renoviert. Eine umfangreiche Außen- und Innenrenovierung 1981–87 gab der Kirche wieder ihre ursprüngliche Leuchtkraft. Der Turm wurde nach einem schweren Hagelschaden 2005 renoviert.

Buch am Buchrain ist eine der ältesten Pfarreien im Landkreis und gehört, wie die Schwesterpfarreien im Pfarrverband, zum Dekanat Erding. Die Voraussetzungen für die Gründung der Pfarrei Buch am Buchrain gehen bis auf das Jahr 776 zurück. Vom 10. Jahrhundert bis Anfang des 15. Jahrhunderts ist die ortsadlige Familie von Buch („de Povcha“) bzw. Pucher nachweisbar. Buch am Buchrain gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding des Kurfürstentums Bayern. 1818 entstand mit dem bayerischen Gemeindeedikt die heutige Gemeinde. Im Jahr 2008 feierte der Ort seinen 1200. Geburtstag.

Pfarrkirche St. Martin
Die heutige Kirche St. Martin besteht im Kern aus einem spätgotischen Bau aus der Amtszeit von Pfarrer Alban Auer, der im Jahre 1485 verstarb. Fällige Reparaturen im Jahre 1760 führten zu einem wesentlichen Umbau der Kirche, die von Johan Baptist Lethner im Rokoko-Stil durchgeführt wurde und noch heute das Bild der Pfarrkirche prägen. Von der Bauform her ist sie ein Saalbau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor, daran südlich der Turm mit gegliedertem Oberteil und profilierter Zwiebelhaube.

Bedingt durch den Wasserreichtum und sehr fruchtbare Böden kann für das Gemeindegebiet von Bockhorn mit Besiedlung spätestens seit dem Jungneolithikum (4500 v. Chr.) ausgegangen werden. Archäologisch nachgewiesen ist eine Vielzahl von Siedlungen, die von der Münchshöfener Kultur über die Bronzezeit bis in die Keltenzeit reichen. Unmittelbar am südlichen Ortsrand von Bockhorn befinden sich die Reste einer Siedlung der Bronzezeit. Um 500 v. Chr. war das Gemeindegebiet von den Kelten besiedelt; bei Papferding finden sich noch die eingeebneten Reste einer Viereckschanze. Um 15 v. Chr. dehnte Rom seinen Herrschaftsbereich bis zur Donau auf die Provinz Raetien aus und die Kelten verloren ihre Selbständigkeit. Im 6. Jahrhundert setzte nach dem Ende der Völkerwanderung erneut Siedlertätigkeit ein; auf frühe Siedlungen der Bajuwaren weisen Orte mit der Endung „-ing“ hin (Emling, Flanning, Englpolding, Oppolding, Papferding, Polzing). Im Jahre 776 kam Strogen mit Kirche in den Besitz von Freising. Im Jahre 816 tauchte erstmals der Name Grünbach auf, als der Mönch Liutto seinen Grundbesitz in „Croninpach“ dem Hochstift Freising schenkte. 926 ist der Name Bockhorn in der Schreibweise „Paccharun“ nachweisbar; der Name bedeutet „Leute am Bach“. 1053 wurde Mauggen als „Muchun“ erstmals in einer Übertragungsurkunde eines Gutes an Freising erwähnt. 1156 erschien der Name „Eschlbach“ in den Traditionen des Hochstifts Freising. 1200 wurde in Grünbach mit dem Bau der Burg Grünbach begonnen. 1315 ist Bockhorn (Schreibweise nun „Pachorn“) mit den Filialen Kirchasch, Hecken, Salmannskirchen, Grünbach und Tankham als Pfarrei aufgeführt.

Pfarrkirche Mariä Heimsuchung (1712)
Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Bockhorn im oberbayerischen Landkreis Erding ist ein einheitlicher, spätbarocker Saalbau, der im Jahr 1712 von dem Erdinger Stadtmaurermeister Anton Kogler errichtet wurde. Den Turmoberbau, der von einer Doppelzwiebel mit Laterne bekrönt wird, führte Koglers Nachfolger Johann Baptist Lethner etwa Mitte des 18. Jahrhunderts aus. Die Deckenfresken sind nicht original barock, sondern kamen erst in moderner Zeit hinzu. Auch aufwändige, barocke Stuckaturen sind im Kirchenraum kaum zu finden; in der Sakristei ist jedoch Stuck aus der Zeit um 1725 erhalten. Die drei historischen Altäre und die Kanzel wurden um 1730 im Barockstil ausgeführt. Die Orgel der Pfarrkirche Mariä Heimsuchung wurde im Jahr 1909 von Franz Borgias Maerz aus München erbaut.

Das Dorf Burgrain im oberen Isental liegt im oberbayerischen Landkreis Erding und war 1987 nach dem Hauptort der einwohnerstärkste Gemeindeteil des Marktes Isen. Der Ort war bis 1803 Verwaltungssitz einer Herrschaft des Hochstifts Freising. Von 784 bis 811 wird unter Bischof Atto von Freising eine erste Festung errichtet, die von 1140 bis 1290 mit den Herren von Burgrain, Freisinger Ministerialen, besetzt wird. 1227 wird die Burg fürstlich-freisinger Burggrafensitz der Herrschaft Burgrain. Im Konflikt mit den Grafen von Haag wird 1317 die Burg eingenommen. Ab 1600 erfolgt die Besetzung des Schlosses mit Herrschafts-Pflegern. Der Ort und vor allem der Sitz mussten umfangreiche Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg hinnehmen. 1802 wird die Herrschaft endgültig aufgelöst, die Burg Sitz einer privaten Ökonomie mit Brauerei und Ausflugsbiergarten. Im Jahr 1818 wurde der Ort ein Teil der neugeschaffenen Gemeinde Mittbach und kam mit dieser 1978 zu Isen. 2008 wurde das Alte Schulhaus im Ortskern abgerissen, 2 Jahre vor der 1200-Jahr-Feier (2010).

Dorfen ist eine Stadt im Osten des oberbayerischen Landkreises Erding. Die Stadt liegt im mittleren Isental und ist mit rund 15.000 Einwohnern die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Fläche von 99,56 km², womit Dorfen flächenmäßig die viertgrößte Stadt Oberbayerns ist. Dorfen wurde im Jahre 773 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, das trifft auch für Oberdorfen zu, da nicht nach Dorfen und Oberdorfen unterschieden wurde. Durch Herzog Ludwig den Kelheimer wurde Dorfen um 1230 systematisch angelegt, als Stützpunkt gegen das Hochstift Freising (Herrschaft Burgrain) und gegen die Grafschaft Haag und als wirtschaftliches Zentrum für das Gebiet zwischen Erding, Landshut, Wasserburg am Inn und Mühldorf am Inn. Zwischen 1229 und 1237 bekam der Ort wohl durch seinen Nachfolger Herzog Otto II. den Erlauchten das Marktrecht verliehen. Die niederbairischen Herzöge statteten den Markt mit Rechten und Freiheiten aus und verliehen ihm 1331 das Landshuter Marktrecht mit zahlreichen Verbesserungen gegenüber den früheren Privilegien. Dorfen wurde zum Sitz eines Landrichters und bekam 1324 und 1331 die selbständige niedere Gerichtsbarkeit sowie die bürgerliche Selbstverwaltung verliehen – so dass das Dorfen des 13. und 14. Jahrhunderts nach seiner Anlage und seinem Wirtschaftsleben in nichts den Städten der damaligen Zeit nachstand. Im Dreißigjährigen Krieg besetzten die Schweden 1632 und 1634 den Markt, plünderten, mordeten und brannten die Häuser nieder. In ihrem Gefolge erschien die Pest, die ein Drittel der noch verbliebenen Bevölkerung hinwegraffte. Im 17. und 18. Jahrhundert war Dorfen mit der Gnadenmutter von Dorfen eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten Südbayerns. Um 1885/90 wurde das Haager Tor abgebrochen und die Wallanlage entfernt sowie der Wassergraben zugeschüttet und als Fußweg angelegt. 1910 fand der Dorfener Bierkrieg statt: Als die Maß Bier aufgrund eines Malzaufschlags um zwei Pfennige teurer werden sollte, kochte die Volksseele. Streik- und Boykottaufrufe heizten die Stimmung weiter an. Die Wirtschaften der beiden Brauereien gingen durch Brandstiftung in Flammen auf, das Feuer griff auf weitere Häuser über. In München wurden Pioniere in Bereitschaft gesetzt, sie kamen aber nicht zum Einsatz, denn die Preiserhöhung wurde zurückgenommen. Mehrere Verhaftungen und Strafverfahren beendeten die Unruhen. In den 1920er-Jahren wurde nach einer verheerenden Überschwemmung die Isen begradigt, die vorher in Schleifen um den Markt verlaufen war. In den Jahren nach 1945 entwickelten sich die Moosener Siedlung, Isener Siedlung und die Lerchenhuber Siedlung, die heute zusammen etwa 2500 Bewohner zählen. Am 10. November 1954 wurde Dorfen durch den bayerischen Innenminister Wilhelm Hoegner zur Stadt erhoben. Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt.

Wallfahrts- und Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Im Hochmittelalter stand an gleicher Stelle eine Marienkapelle, die um 1350 durch die große gotische Hallenkirche ersetzt wurde. Von Anbeginn an war Dorfen eine Filiale der Pfarrei Oberdorfen. Die ersten Wallfahrten zur Muttergottes nach Dorfen dürften schon im 15. Jahrhundert eingesetzt haben. Sicheres darüber gibt es jedoch erst seit 1632, da davor liegende Aufzeichnungen im Dreißigjährigen Krieg verlorengegangen sind. Die oberhirtliche Bestätigung des wundertätigen Marienbildes war im Jahre 1707. Da der rasant ansteigende Pilgerzustrom nur von einer großen Zahl Priester bewältigt werden konnte, entstand 1717–19 im Westen der Wallfahrtskirche ein Priesterhaus, zwischen 1775 und 1804 war dort auch ein Teil des Freisinger Priesterseminars untergebracht. Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts erreichte die Wallfahrt ihren Höhepunkt: an die vier Millionen Wallfahrer kamen zum heiligen Berg Dorfens, zuweilen zweitausend an einem Tag. Im Jahr 1785 empfingen 58.000 Pilger in Dorfen die Kommunion, zwischen April und November wurden 5.400 Messen gelesen. 1782 stürzte das Langhaus der Kirche ein und daraufhin wurde die Kirche unter Einbeziehung des spätgotischen Chors und Turmunterbau von Mathias Rösler als frühklassizistische Hallenkirche wieder aufgebaut. Bedeutendstes Kunstwerk, obwohl nur eine Rekonstruktion, ist der Hochaltar. Der originale Spätbarockaltar (1748/49) von Egid Quirin Asam wurde bis auf den unteren Bereich 1868 durch einen Historismus-Altar ersetzt. Pfarrer Hermann Eigner ließ 1963–1971 den Asam-Altar wieder rekonstruieren, in dem wie seit dem Mittelalter das Gnadenbild integriert ist.

Marktkirche St. Veit
Die Kirche ist ein früher Spätgotik-Bau von 1390. Sie besitzt ein dreijochiges Langhaus mit barocker Flachputzdecke und einen zweijochigen Chor mit 3/8-Schluss und gotischem Tonnengewölbe.An der Westwand angebaut ist der hohe, schlanke Turm (der eine ganz leichte Schieflage aufweist) mit barocker Zwiebelhaube, nördlich und südlich davon sind Ladenanbauten. Am Turm befinden sich vier Uhren, auf der Südseite des Turmes befindet sich zusätzlich eine Sonnenuhr.
Sonnenuhr an der Südseite des Kirchturms. Betreten wird die Marktkirche durch das Nord- oder Südportal. Diese führen hinter den Volksstühlen, die durch ein Eisengitter getrennt sind, in das Langhaus. Dort sind die 14 Nothelfer, die aus der Eibacher Kirche stammen, an den Außenwänden angebracht. Im Chorraum befinden sich sechs Heiligenfiguren an den Außenwänden, neben zwei Silberbüsten der Heiligen Joachim und Anna. Das Deckenfresko im Langhaus zeigt eine historische Ortsdarstellung Dorfens des Malers Johann Mang von 1799. Das Fresko, das sich über dem Chorraum befindet, zeigt eine Darstellung des heiligen Vitus, in der er sich weigert ein Götzenbild anzubeten.Im Langhaus befinden sich zwei hochbarocke Seitenaltäre, die 1676 und 1681 der Dorfener Schreiner Hieronymus Reizer anfertigte. Der nördliche enthält die Gnadengruppe aus der abgebrochenen Filialkirche Hl. Blut (Rinning), die Christus in der Kelter, umgeben von den Heiligen Sebastian und Barbara, zeigt. Im Altarauszug ist die heilige Veronika mit Schweißtuch zu sehen. Der spätbarocke Hochaltar von ca. 1730 stammt aus der zur Pfarrei Maria Dorfen gehörenden Filialkirche in Kienraching und wurde 1982 mit der Barockfigur des heiligen Vitus, umgeben von Figuren der Heiligen Petrus und Paulus, anstelle des ursprünglichen Altarblatts eingebaut.

Erding ist eine altbayerische Herzogstadt und eine Große Kreisstadt im gleichnamigen Landkreis im Regierungsbezirk Oberbayern. 742 wurde der Stadtteil Altham das erste Mal urkundlich erwähnt: Ein Familienmitglied der Agilolfinger schenkte Altham dem Kloster Benediktbeuern. 788 wurde die Siedlung Ardeoingas (entspr. Erding) das erste Mal urkundlich erwähnt. 891 schenkte König Arnulf den dortigen Königshof dem Domkapitel in Salzburg. 1228 erhielt Erding von Herzog Ludwig von Bayern die Stadtrechte zuerkannt; die Stadt (Herzogstadt) wurde bewusst als herzoglicher Stützpunkt gegenüber dem Hochstift Freising an der Fernstraße Schongau-München-Landshut angelegt. Die birnenförmige Gestalt der Altstadt ergibt sich aus den beiden Wasserläufen – die Sempt im Osten und der künstlich vertiefte Fehlbach im Westen, was der Stadt gleichsam den Wert einer Wasserfestung gab. Mauer, Graben und Wall sind in kleinen Resten noch bis heute vorhanden. Im Inneren der Altstadt gibt es typische Kennzeichen einer wittelsbachischen Stadtneugründung des 13. Jahrhunderts. Eine langgezogene, etwa 400 Meter lange Nord-Süd-Achse, die nördlich des Schrannenplatzes Lange Zeile heißt und ursprünglich als Straßenmarkt angelegt wurde. In West-Ost-Richtung – versetzt – einen Straßenzug und in der Mitte den Schrannenplatz. Von den ursprünglichen vier Stadttoren (im Westen das Münchner Tor, im Norden das Freisinger Tor und im Süden das Haager Tor) ist nur noch das Osttor, das Landshuter Tor (Schöner Turm) erhalten geblieben. Dieses war das größte Stadttor, da es zur damaligen Hauptstadt Landshut führte. Im Südwesten lag die heute abgegangene Stadtburg von Erding. Zusätzlich zur strategischen Bedeutung kam später der Rang als Handelszentrum hinzu, speziell für Getreide und Vieh. Mit der ersten wittelsbachischen Landesteilung wurde Erding Niederbayern zugeordnet, bei dem es bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts verblieb. Ab 1300 wurde der Erdinger Stadtturm, das Wahrzeichen der Stadt, an zentraler Stelle erbaut. 1503 wurde Erding im bayerischen Erbfolgekrieg von Herzog Albrecht IV. von Bayern-München erobert. Mit Ende des Erbfolgekrieges wurden Ober- und Niederbayern 1506 wieder miteinander vereinigt. Die zwischenzeitlich vom Salzburger Domkapitel zurückerhaltene Hofmark Altenerding wurde von den Grafen von Haag an Johann Jakob Fugger verkauft. Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges eroberten, brandschatzten und plünderten die Schweden Erding zweimal – 1632 und 1634. Die Folgen waren eine Hungersnot und der Ausbruch der Pest 1634. 1648 wurde Erding Hauptquartier des schwedischen Generals Wrangel. Die Bevölkerung war größtenteils in die noch unbesetzten Gebiete des Landes – die meisten nach Wasserburg am Inn und Traunstein – geflohen. Als die Kaiserlichen unter General Piccolomini auf Erding von Vilsbiburg und Geisenhausen her vorrückten, wurde die Stadt erneut in Brand gesteckt. Der dritte Wiederaufbau wurde durch eine extra eingeführte Biersteuer finanziert. Während der napoleonischen Kriege – besonders 1800 bei der Schlacht von Hohenlinden – wurde Erding dazu verpflichtet, Soldaten einzuquartieren und zu verpflegen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs, am Nachmittag des 18. April 1945, warfen amerikanische Streitkräfte 50 Sprengbomben ab; die Altstadt wurde getroffen. 120 Menschen fanden den Tod, 24 erlagen in den nächsten Tagen ihren Verletzungen. Es wird angenommen, dass der Angriff eigentlich Freising gegolten habe. Am 1. Mai 1945 wurde die Stadt Erding kampflos an die US-amerikanischen Truppen übergeben. Mit Wirkung zum 1. Januar 2013 wurde Erding zur Großen Kreisstadt und 2016 zum Oberzentrum erhoben.

Stadtpfarrkirche St. Johann
Der Baubeginn erfolgte, anstelle einer alten Taufkirche, vermutlich bereits Ende des 14. Jahrhunderts. Die Vollendung des Chorraumes war zwischen 1410 und 1420. Nach Fertigstellung des Langhauses wurde das Gotteshaus 1464 geweiht. Chorbogenkruzifix von Hans Leinberger um 1525. Nach Schäden im Dreißigjährigen Krieg und durch den Stadtbrand von 1648 baute man die Kirche von 1668 bis 1689 im Barockstil um. Die gotischen Gewölberippen wurden durch Stuckornamente ersetzt. Die gotischen Altäre gingen bis auf einzelne Plastiken verloren. Ein erneuter Umbau, diesmal im Stil der Neugotik, erfolgte von 1880 bis 1882, im Zeitalter des Historismus. Man entfernte den barocken Stuck und versah das Gewölbe mit gotischen Kreuzrippen. Die Altäre wurden ebenfalls neugotisiert, wobei einige der wertvollen Plastiken Verwendung fanden. Ein Bild des barocken Innenraums und des Hochaltars ist im Erdinger Heimatmuseum zu sehen. 1891 wurde St. Johann Kirche der Stadtpfarrei; bis dahin gehörte Erding zur Pfarrei Altenerding. 1898 schloss der Umbau mit der Restaurierung der Außenmauern sowie der Kirchenfenster ab. Nachdem man 1948 die Schäden des Zweiten Weltkriegs beseitigt hatte, erfolgte zwischen 1952 und 1957 eine Teilrestaurierung des Kircheninneren. Ab 1976 wurden notwendige Reparaturen des Außenmauerwerks und des Kircheninneren durchgeführt. Der vom Kirchenbau abgesetzte Glockenturm stammt aus dem Ende des 14. Jahrhunderts. Dies war wohl schon von Anfang an so, worauf die Sage vom „Erdinger Turmschieber“ hinweist.[7] Das barocke Kuppeldach auf dem 46 m hohen, achtstöckigen Turm wurde von Paul Gunetzrainer im Jahre 1651 erbaut. Der Kirchturm war zugleich der Stadtturm, von dem aus ein Turmwächter die Bevölkerung vor Feuer und sonstigen Gefahren warnte. Der Wächter hatte im obersten Stockwerk seine Dienstwohnung, die bis 1945 noch bewohnt war. Im Rahmen von Führungen kann der Turm bis zu dieser 35 m hoch liegenden Türmerstube als Aussichtsturm bestiegen werden.


Eichenried ist ein Ortsteil der oberbayerischen Gemeinde Moosinning im Landkreis Erding. Der Ort hat 2518 Einwohner und grenzt an Fischerhäuser (Gemeinde Ismaning) 7 km im Südwesten, an Moosinning, an Eicherloh (Gemeinde Finsing) und an Goldach (Gemeinde Hallbergmoos). Eichenried ist relativ jung. Mit der von Egon von Poschinger 1896 errichteten Torfbahn nach Ismaning siedelten sich Torfstecher im Moos an. So entstanden Zengermoos und Moosinninger Moos. 1922 wurde der Bereich Moosinninger Moos in Eichenried umbenannt. In Eichenried befindet sich die katholische Kirche St. Joseph, die 1953 eingeweiht wurde. Horst W. Ernst gründete am 19. März 1987 den Golfclub München-Nord Eichenried. Der Spatenstich für die Golfanlage mit damals ca. 80 ha Fläche auf dem Gut der Familie Weiler erfolgte 1988. Im darauffolgenden Jahr 1989 fand auf dem 18-Loch Meisterschaftsplatz, konzipiert und gestaltet durch den Architekten Kurt Roßknecht, das erste PGA-Turnier „BMW International Open“ auf Initiative des Clubgründers Horst W. Ernst und dem BMW-Vorstand Wolfgang Reitzle statt.   

Der Ortsname ist in den Freisinger Traditionsbüchern von 804 als Funsinga ersturkundlich genannt. Es liegt der altbairische Personenname Funso mit -ing-Suffix zugrunde (‚Siedlung des Funso‘). Das Ortsadelsgeschlecht der Finsinger ist seit Beginn des 15. Jahrhunderts nachweisbar. Diese Finsinger nannten sich seit Mitte des 15. Jahrhunderts auch Widerspacher und hatten bis 1663 einen der Edelsitze in Finsing inne. Die Benediktinerabtei Tegernsee spielte vom 8. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1803 ebenfalls eine wichtige Rolle als Grundherrschaft im Gemeindegebiet. Finsing gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schwaben des Kurfürstentums Bayern und war Sitz einer Hauptmannschaft. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Neufinsing entstand um 1900. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2533 auf 4695 um 2162 Einwohner bzw. um 85,4 %.

Katholische Pfarrkirche St. Georg (1688)
Barocker Saalbau auf älteren Fundamenten, von Hans Kogler 1688.

Der Ortsname „Forestarin“, der sich im Laufe der Zeit über manche Varianten wie Vorstarn, Vorstern, Vorstärn zum heutigen Forstern gewandelt hat, taucht zum ersten Mal im Jahr 1065 im Ebersberger Cartular (Kopialbuch) auf. Dem 1595 in ein Jesuitenkolleg umgewandelten Kloster unterstanden im 17. Jahrhundert zwei Drittel aller Anwesen in Forstern. Forstern gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schwaben des Kurfürstentums Bayern. Die Kirchengemeinde Forstern umfasst neben den Gemeindeteilen der Gemeinde noch Reithofen und Harthofen; der Gemeindeteil Preisendorf gehört zur Kirchengemeinde Hohenlinden. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im Jahre 1894 wurde der Ort von einem schweren Wirbelsturm getroffen. Am 22. Mai 1962 kam es im Gemeindeteil Amplötz zu einem Flugzeugabsturz. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2071 auf 3717 um 1646 Einwohner bzw. um 79,5 %.

Pfarrkirche St. Peter (1688)
Saalbau von Hans Kogler (1688) mit dreiseitigem Chorabschluss mit angefügter Sakristei und Rautendachturm, im Kern spätgotisch, barockisiert 1722.

Im Jahre 1144 erscheint Arnoldus de Frawnperg in einer Urkunde des Bischofs Otto von Freising. Die gesicherte Stammreihe beginnt 1231 mit Sigfried von Frauenberg. Aufgrund seiner Ehe mit der Tochter der Gurren von Haag erbte er deren Besitzungen der Grafen von Haag und erhielt für diese von Kaiser Friedrich II. 1245 die hohe Gerichtsbarkeit. Seine Enkel begründeten die beiden Hauptlinien der Fraunberger: Sigfried III. (1317) die zu Haag, und Wittilo (1281) die zu Fraunberg. Fraunberg war seit dieser Zeit Besitz der Familie von und zu Fraunberg. Der Ort war zwar Teil Bayerns, bildete aber eine geschlossene Hofmark, deren Sitz das Schloss Altfraunberg war. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Fraunberg geplündert und schwer verwüstet. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Fraunberg, die niedere Gerichtsbarkeit verblieb noch bis 1848 beim Patrimonialgericht Fraunberg und Riding. Am 1. Juli 1974 erfolgte der freiwillige Zusammenschluss der Gemeinden Fraunberg, Reichenkirchen und Thalheim. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2611 auf 3652 um 1041 Einwohner bzw. um 39,9 %.

Pfarrkirche St. Florian
Vermutlich entstand bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts ein romanischer Kirchenbau, dem noch vor 1500 ein spätgotisches Gotteshaus folgte. Die heutige Kirche wurde 1767/69 nach den Plänen des Landshuter Hofmaurermeisters Georg Felix Hirschstötter errichtet. Bei einem Blitzschlag im Jahr 1775 oder 1780 erlitt das Gebäude großen Schaden und musste wiederhergestellt werden. Die Außenmauern werden von Lisenen gegliedert. Im nördlichen Chorwinkel erhebt sich der Turm, dessen neugotischer Spitzhelm über vier Giebeln 1869 aufgebaut wurde. Der spätgotische Unterbau ist von spitzbogigen Blendfeldern durchbrochen. Im südlichen Chorwinkel ist die Sakristei angebaut, das Obergeschoss diente ehemals als Patronatsloge. Der Eingang ist in ein kleines, von Pilastern gerahmtes Vorzeichen an der Südwestseite des Langhauses integriert. Der Innenraum, ein dreiachsiger Saalbau mit abgeschrägten Ecken, wird von einer Stichkappentonne über flachen Wandpfeilern gedeckt. Der eingezogene, zweiachsige Chor ist halbrund geschlossen. Langhaus und Chor werden von großen Rundbogenfenstern beleuchtet, im Chor sind dreipassförmige Oberfenster eingeschnitten. Den westlichen Abschluss des Langhauses bildet eine Doppelempore, die 1958 erneuert wurde. Die Deckenmalereien wurden 1908 durch die Münchner Maler Ludwig Ametsberger und Hans Kögl ausgeführt. Sie sind dem heiligen Florian, dem Schutzpatron der Kirche, gewidmet und stellen im Langhaus sein Verhör und im Chor sein Martyrium dar. Am Chorbogen prangt das Allianzwappen der Familie Fraunberg mit der Jahreszahl der Kirchenrenovierung im Jahr 1908.

Der Name Grünbach ist seit 816 belegt, als der Mönch Liutto seinen Grundbesitz in "Croninpach" dem Hochstift Freising schenkte. Um 1076 erscheint als Zeuge der vermutlich Edelfreie Porn von Grünbach. Einen Grafentitel führt erstmals Bernhard von Grünbach (1197/99). Um 1200 wurde in Grünbach mit dem Bau der Burg Grünbach begonnen. Um 1250 beerbten die Wittelsbacher Graf Otto von Grünbach. 1315 wurde Grünbach als Filiale der Pfarrei Bockhorn aufgeführt. Im 14. Jahrhundert hatten die Fraunberger Besitz in Grünbach. Christoph Kraft erlangte 1544 für seinen Sitz Grünbach Hofmarksrechte. 1597 beschreibt das Hofmarkenverzeichnis Grünbach mit einem gemauerten Schloss, Taverne und Bad. 1718 fiel Grünbach durch Heirat den Grafen von Seinsheim zu. Sie holten 1787 den bayerischen Braupionier Benno Scharl, der ein modernes Brauhaus errichtete. 1801 wurde in Grünbach mit dem Neubau des noch bestehenden Schloss Grünbach begonnen. 1818 wurde mit dem Gemeindeedikt die Patrimonialgemeinde Grünbach begründet. 1848 wurden die letzten Reste der Adelsherrschaft beseitigt. 1920 und 1942 gab es durch die Strogen große Überschwemmungen. Am 1. Januar 1972 wurde Grünbach der Gemeinde Bockhorn angegliedert. 1972 wurde mit dem Bau des Golfplatzes Erding-Grünbach begonnen (1978 erweitert) und im Schloss Grünbach wurde das Bundesinstitut für Pflanzengenetik eingerichtet (bis 1999). 1999 erfolgte eine Dorferneuerung.

Pfarrkirche St. Andreas (1669)
Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1669 und wurde auf Betreiben von Graf Johann Bernhard von Preysing, durch den Erdinger Stadtmaurermeister Hans Kogler errichtet. Im Inneren der Barockkirche erwartet den Besucher ein Kunstwerk von hohem Rang, ein spätklassizistisches Retabel des Dorfners Anton Fackler d.J., mit einem 1822 von Graf August von Seinsheim geschaffenem Hochaltargemälde "Maria in der Glorie mit den 14 Nothelfern" im Stil der Nazarener. In der rechten unteren Ecke hat der Künstler den Stifter, seinen Bruder Carl von Seinsheim, in betender Haltung sowie sich selbst dargestellt - im Hintergrund finden wir eine schöne kleine Ansicht des Dorfes Grünbach. Neben dem Hochaltar befindet sich auf der Südseite die hochbarocke Kanzel von 1669/70 aus dunkelbraun gebeizten Nussbaumholz. Die größere Überraschung erwartet den Besucher in den Gewölben der Unterkirche, über deren einstigen Gebrauch gerätselt wird. Aufwendige Restaurierungen sind dort im Gange, die hoffentlich noch mehr von den Franziskus-Szenen ans Licht holen, die ein naiv erzählender Maler in wundersamen Fresken festgehalten hat. Ein Taufstein aus romanischer Zeit hat hier überdauert. Unter der Unterkirche aber liegt die Gruft jenes Johann Bernhard von Preysing verborgen, der so tatkräftig dafür sorgte, daß St. Andreas entstand.

Der Ortsname Hohenpolding hat sich vermutlich aus dem Personennamen Baldo oder Paldo entwickelt, eines Bajuwaren, der sich mit seiner Sippe unweit des Rechlfinger Bachs niederließ. Im Jahr 998 taucht der Name in der lateinischen Form „alto baldingae” in einer Urkunde auf, in der der Bischof von Salzburg zugunsten des Adeligen Valherius de Baleding auf einen Grundzehent verzichtet. Dieser Walther von Balding hatte in seiner Jugend am großen Ungarnfeldzug Kaiser Ottos und an der Schlacht auf dem Lechfeld im Jahre 955 teilgenommen. Die Konradinische Matrikel führt unter der Pfarrei Steinkirchen um 1315 auch die Filialkirche "Balding" auf. Im Jahre 1585 schreibt der Pfarrherr von Steinkirchen über diese Filiale: ”Zue Hohenpolling ist ain filial, in welchem gotteshaus S. Martinus vünd Beata Maria Virgo Patroni seindt”. 1407 verkaufte Ulrich der Pucher „seiner großen Notturft halb” den Zehent zu Hohenpolding an die Äbtissin von Frauenchiemsee, was für das Kloster von Bedeutung gewesen sein dürfte. Das Geschlecht der „Baldinger”, das seinen Ursprung in Hohenpolding zu haben scheint (nach E.W. Eggerer), hat sich in den Reichsstädten Ulm und Nürnberg einen bedeutenden Namen gemacht. Der Ortsname Hohenpolding taucht erstmals 1488 auf, vorher wechselte er zwischen Palding, Polling und Polding. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Sulding nach Hohenpolding eingemeindet. Seit 1978 bildet Hohenpolding zusammen mit den Gemeinden Inning a.Holz, Kirchberg und Steinkirchen die Verwaltungsgemeinschaft Steinkirchen. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1108 auf 1598 um 490 Einwohner bzw. um 44,2 %.

Pfarrkirche Mariä Heimsuchung
Vom früheren Kirchenbau in Hohenpolding ist lediglich nachweisbar, dass 1315 (in der ersten Bistumsmatrikel) ein Gottesdienstraum zur Verfügung stand. Obwohl 1705/08 durch den Erdinger Maurermeister Anton Kogler Turm und Sakristei neu gebaut wurden, konnte sich die reiche Filiale 1752 den Abbruch der ganzen Kirche und einen völligen Neubau leisten. Die Entwürfe fertigte dazu Koglers Nachfolger, Johann Baptist Lethner an, dessen Kostenvoranschlag sich auf 2159 Gulden belief und vorsah, das neue Kirchenschiff „umb 12 schuech lenger und umb 8 schuech weither“ zu bauen. Als weitere Erdinger Meister waren beim Neubau Zimmermann Abraham Kirschenhofer, Kupferschmied Joseph Diemer, Maler Johann Michael Rieder, Schlosser Anton Herer und Glaser Joseph Säwor beteiligt. Für die Innenausstattung wurden allerdings keine Erdinger Künstler beauftragt, denn die Altarausstattung, die Kanzel und der Stuck sind Schöpfungen des Vilsbiburger Bildhauers Johann Paul Wagner. Von ihm stammen z. B. die Ausstattungen von Wippstetten, Reisbach-St. Salvator und Angerbach. Die Ausmalung der Hohenpoldinger Pfarrkirche wurde durch den Freisinger Joseph Unterleutner und dessen Schwager, der Wartenberger Franz Josef Aiglstorffer, ausgeführt. Am 14. August 1753 konsekrierte der Freisinger Weihbischof Johann Ferdinand Joseph Baron von Pödigheim die neue Kirche. Da wir im Chorbogen das Wappen des da­mals regierenden Freisinger Fürstbischofs Johann Theodor — eines Wittelsbachers auf dem Stuhl des hl. Korbinian — sehen, können wir annehmen, dass dieser für die neue Kirche Geldmittel zur Verfügung gestellt hatte (Stifterwappen). Die Pfarrkirche besitzt als ehemalige Marienwallfahrtskirche das Patrozinium Mariä Heimsuchung (2. Juli) — sie ist also, wie uns auch das Chorbogenchronogramm zeigt, der „Herrin des Himmels und der Erde“ geweiht (CaeLI aC terrae DoMInae = verschlüsselte Jahreszahl der Erbauung 1752). Da wir am rechten Seitenaltar aber das Patronat des hl. Martin haben, wäre es patroziniengeschichtlich durchaus wahrscheinlich, dass dieser Gründungspatron war und somit die Ersterbauung einer Kirche in die fränkische Zeit des 8./9. Jahrhunderts fällt. Wenn wir den farbprunkenden Kirchenraum betreten — für eine ehemalige Filialkirche nur verständlich aus dem finanziellen Hochstand der Wallfahrt im 17. und 18. Jahrhundert, von der um 1700 auch der Staat sich immer Geld lieh, das er nicht zurückzahlte, — sehen wir im Zentrum der Raumgestaltung den Hochaltar mit dem Gnadenbild der Muttergottes. Seit der Gesamtrestaurierung der Pfarrkirche (1970/71) findet der Besucher in Hohenpolding eine Pfarrkirche vor, die — wenn wir sie nur unter dem kunstgeschichtlichen Aspekt betrachten — ein Denkmal des heimischen Kunsthandwerks des 18. Jahrhunderts ist, ein sprechendes Zeugnis der barocken Frömmigkeit unserer Vorfahren.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde Wörth, zu der auch Hörlkofen gehörte. Hörlkofen liegt an der Bahnstrecke München–Simbach, die 1871 durch die Bayerischen Staatseisenbahnen eröffnet wurde. Der Bahnhof Hörlkofen wird im Stundentakt durch Regionalbahnen der Südostbayernbahn zwischen München und Mühldorf bedient; im Berufsverkehr in der jeweiligen Hauptrichtung häufiger. Am 1. Mai 1978 bildeten die Gemeinden Wörth und Walpertskirchen eine Verwaltungsgemeinschaft, die nach dem Ort Hörlkofen bezeichnet wurde, der zwischen den beiden Gemeindezentren liegt.

Neue Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus (1925)
Modern barockisierender Saalbau mit Zwiebelturm.

Alte Katholische Filialkirche St. Bartholomäus (Um 1200)
Saalkirche mit Zwiebelturm, im Kern 13. Jahrhundert, Vorzeichen spätgotisch, barockisiert zweite Hälfte 17. Jahrhundert.


Bei Durchsicht von älteren Urkunden gibt es im Hinblick auf die Orte Moosinning und Forstinning Schwierigkeiten bei der Zuordnung unseres Ortes Inning am Holz. Klar ist aber die Ableitung des Ortsnamens von einem Personennamen Inno. Adelprecht de Ingien und seinen Bruder Odalrich als „testes nobiles” ca. 1078-1085. 1215 aber werden Konrad von Inning und Berthold von Inning ausdrücklich als Ministerialien bezeichnet. Man nimmt an, dass die Familie der Inninger im 13./14. Jahrhundert ausstarb. Jetzt treten die Tannhauser und Ecker als Besitzer auf. Im Neuburger Kopialbuch ist Pernbhart Tannhauser zu Ynning aufgeführt, und in Herzog Georgs Landtafel ca. 1490 lesen wir „Bernhard Tannhauser zu Inning” und „Heinrich Strauß zu Inning”. 1514 kaufen die Edlen Schnödt den Sitz Inning. 1636 starb das Geschlecht in der männlichen Linie aus. Zwei Töchter, Anastasia und Maria Rosina, veräußerten Inning an den Rosenheimer Getreidehändler Stockinger. Dessen Tochter trat in das Kloster Altenhohenau ein und übergab den Besitz an das Kloster, das Inning 1715 an die Kirche St. Wolfgang verkauft. Da es in der sehr alten, im romanischen Stil erbauten Kirche in den „Messkelch schneite”, fasste Kooperator Franz Xaver Sturm zu Anfang dieses Jahrhunderts den Entschluss, in Inning eine neue Kirche zu bauen, die „allen Filialisten Platz bietet”. Am 6. Januar 1903 wurde der letzte Gottesdienst gefeiert, und in den folgenden Wochen wurde die alte, baufällige Kirche abgebrochen. Schon am 6. April 1904 konnte Erzbischof Franz Josef von Stein die neue Kirche St. Stephanus weihen. Seit 1921 ist Inning eine eigene Pfarrei. Seit 1978 bildet Inning am Holz zusammen mit den Gemeinden Hohenpolding, Kirchberg und Steinkirchen die Verwaltungsgemeinschaft Steinkirchen.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 747. Die erste Kirche in Isen ist 752 beurkundet. Das Kloster Isen zählt zu den ältesten Klöstern auf altbayerischem Boden. Im Jahre 1434 erhielt Isen die Marktrechte verliehen. Seit dem Mittelalter gehörte der Markt zu der zum Hochstift Freising zählenden Herrschaft Burgrain. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Isen wurde im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde. Ab 27. September 1900 besaß Isen über die Bahnstrecke Thann-Matzbach–Haag Anschluss an das Eisenbahnnetz. Der Personenverkehr wurde jedoch am 28. September 1968, der Güterverkehr schrittweise bis zum 1. Dezember 1991 eingestellt und die Strecke abgebaut. Am 1. Juli 1972 kam Isen durch die Gebietsreform vom aufgelösten Landkreis Wasserburg zum Landkreis Erding. Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 1912 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 49,87 Prozent.

Das Kirchdorf liegt drei Kilometer südlich von Bockhorn auf einem Hügel im tertiären Isar-Inn-Hügelland (Erdinger Holzland). In der Liste der Baudenkmäler in Bockhorn (Oberbayern) wird die Filialkirche St. Martin aufgeführt, ein Saalkirche mit Zwiebelturm. Teile des Seitenschiffs stammen aus dem 14. Jahrhundert. Der Turm wurde von Johann Baptist Lethner um 1760 erbaut. 1965 erfolgte ein weitgehender Umbau.

Die frühe Besiedelung des Gemeindegebietes beweist der Fund eines 2500 Jahre alten Steinbeils bei Holzhausen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort Langenpreising im Jahr 767, in der ein Mitglied der Prisonen, aus dem sich das Grafengeschlecht der Preysing entwickelte, den Ort Prisinga übergibt. Der Ortsname leitet sich höchstwahrscheinlich vom Namen der Familie Priso ab. Daraus geht hervor, dass sich der Ort ursprünglich nur Preising nannte, aber bereits im Jahr 1318 wurde der heutige Ortsname Langenpreising erwähnt, um sich vom neuen Burgsitz der Preysinger Altenpreising (Kronwinkl) unterscheiden zu können. Die Ortschaft Langenpreising ist damit ältester Stammsitz der Grafen von Preysing. Im Mittelalter war der Hauptgrundherr neben einigen anderen der bayerische Herzog. Durch Schenkung durch Gräfin Bertha von Ebersberg gelangte auch das Regensburger Stift Obermünster in den Besitz von Teilen des Ortes. Nach dem Umzug der Grafen von Preysing entstand am Ort ein neuer Edelsitz, der ab 1490 Hofmark wurde. Im Dreißigjährigen Krieg brach in den Jahren 1632/33 die Pest aus. Im Kurfürstentum Bayern gehörte Langenpreising zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding. Während der Reformen durch Maximilian Graf von Montgelas 1818 entstand mit dem Zweiten Gemeindeedikt die heutige Gemeinde. Der katholische Theologe und Philosoph Martin Deutinger wurde in der Langenpreisinger Schachtenmühle am 24. März 1815 geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde auf dem südlichen Gemeindegebiet der Mittlerer-Isar-Kanal gebaut, der während Belastungsversuchen in einer Kurve ausbrach und Langenpreising überschwemmte. Im Zweiten Weltkrieg wurde Langenpreising am 1. Mai durch das 342. US Infantry Regiment befreit. Man stieß dabei auf keinen nennenswerten Widerstand. Ab 1966 bis zur Wahl 2008 war Rudolf Weiß (CSU) 42 Jahre lang der Erste Bürgermeister von Langenpreising. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1927 auf 2855 um 928 Einwohner bzw. um 48,2 %.

Urkundlich erwähnt wurde Lengdorf erstmals 1090 und war über 500 Jahre Teil der nahe gelegenen Hofmark Kopfsburg, ab 1682/1685 Besitz des Hochstift Freising; heute ist Kopfsburg ein Gemeindeteil von Lengdorf. Lengdorf gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde. Südlich der Einöde Seeon entspringt die Große Vils, die in nordöstlicher Richtung nach Taufkirchen fließt.

Katholische Pfarrkirche St. Petrus (Um 1500)
Spätgotisches Langhaus mit südlichem Seitenschiff und wenig eingezogenem Polygonalchor, Barockisierung 1760/61, Verlängerung des Kirchenschiffs und Neubau des Chorflankenturms 1920/21.

Bedingt durch das fruchtbare Ackerland im Bereich der Strogen war das Land schon früh besiedelt. 1048 oder 1068 werden der Ort und eine edle Familie von Talaheim erstmals urkundlich erwähnt. Die erste kirchliche Erwähnung als Thallhamb erfolgt im Jahr 1315 als Filiale der Pfarrei Riding. Die Wallfahrtskirche Maria Thalheim wurde erstmals im Jahre 1413 urkundlich erwähnt. Die Legende berichtet, dass zunächst eine Wallfahrt zu einem Marienbild unter einem Hollerstrauch im Ort entstand. Später sollte für das Bild eine Kirche am Berg errichtet werden. Doch das verehrte Marienbild sei immer wieder an den angestammten Ort in der Ortsmitte zurückgekehrt, an dem sich die heutige Kirche befindet. Die politische Gemeinde Thalheim entstand durch das bayerische Gemeindeedikt von 1818. Am 1. Juli 1974 erfolgte der freiwillige Zusammenschluss der vorher selbstständigen Gemeinden Fraunberg, Reichenkirchen und Thalheim. Erst zum 15. August 2000 wurde Thalheim in Maria Thalheim umbenannt, um Verwechslungen mit gleich benannten Orten zu vermeiden und die besondere Bedeutung als Wallfahrtsort herauszustreichen. Im Jahr 2011 wurden die langjährige Dorferneuerung in Maria Thalheim abgeschlossen. Dabei wurden insbesondere der Dorfplatz und der Dorfstadel erneuert und ein Trinkbrunnen für die Wallfahrer errichtet. Die Maßnahmen waren bereits in den 1990er Jahren in die Wege geleitet worden.

Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt
Das mehrfach umgebaute und erweiterte Kirchengebäude wurde ursprünglich im späten 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil errichtete, die prächtige Innenausstattung ist aber eine Schöpfung des Rokoko-Zeitalters. Beim Wallfahrtsbild handelt es sich um eine spätgotische Madonna mit Jesuskind. Heute ist die Kirche eine Wallfahrtsstätte für Pilger aus ganz Bayern. Rund um Pfingsten kommen an manchen Tagen bis zu 5 Pilgergruppen mit je rund 100 Gläubigen.

Die Kirche in Moosen wird bereits 769 in einer Dotation des bayerischen Herzogs Tassilo III. an den Bischof von Freising erstmals erwähnt. Das bayerische Gemeindeedikt vom 17. Mai 1818 führte zur Bildung der Gemeinde Moosen. Der frühere Name Moosen ohne den Zusatz (Vils) wurde bis 1937 geführt. Von 1898 bis 1993 hatte der Ort einen Bahnanschluss an der bis 1993 noch im Güterverkehr, der Personenverkehr war schon 1968 stillgelegt worden, betriebenen Nebenbahnstrecke Dorfen - Velden. Auf dem alten Bahndamm verläuft heute ein Radweg.

Pfarrkirche St. Stephanus
Die Kirche ist ein spätgotischer Backsteinbau mit eingezogenem Chor, angefügter Sakristei und Spindelhelmturm aus der Zeit um 1500. Der Turmoberbau stammt von Anton Kogler 1701.

Moosinning wird als Besitz des Reichsstifts St. Emmeram
(Benediktinerabtei in Regensburg) 1031 als „Inning“ erstmals urkundlich erwähnt. Moosinning war Sitz einer Propstei von St. Emmeram und mit diesem als Grund- und zum Teil auch als Niedergerichtsherrschaft bis zur Säkularisation 1803 eng verbunden. Moosinning gehörte aber landesherrlich zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding des Kurfürstentums Bayern. Die Propstei wurde erst 1810 aufgelöst. 1818 entstand mit dem bayerischen Gemeindeedikt die Gemeinde Moosinning. Mit der von Egon von Poschinger 1896 errichteten Torfbahn nach Ismaning siedelten sich Torfstecher im Moos an. So entstanden Zengermoos und Moosinninger Moos. 1922 wurde der Bereich Moosinninger Moos in Eichenried umbenannt. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3647 auf 5908 um 2261 Einwohner bzw. um 62 %.

Katholische Pfarrkirche St. Emmeram (Um 1700)
Barocker Längsbau mit Zwiebelturm von Anton Kogler, Erweiterung 1928

Der Siedlungsname ist 771 als Niuhinga, 782 als Niuuihingas, 940 als Niuhinga, 1100 als Niuchingan und 1452 als Oberneuching bezeugt. Es ist der Personenname *Niwicho zu erschließen, der durch das Zugehörigkeitssuffix -ing abgeleitet ist. Neuching gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schwaben des Kurfürstentums Bayern. Oberneuching war Sitz einer Hauptmannschaft (sowohl für Ober- als auch Niederneuching). 1818 wurde mit dem bayerischen Gemeindeedikt die Gemeinde Niederneuching gebildet. Die Gemeinde Neuching wurde am 1. Januar 1970 durch den Zusammenschluss der damals selbständigen Gemeinden Oberneuching und Niederneuching neu gebildet.

Katholische Filialkirche St. Johannes der Täufer (1690–93)
Barocker Saalbau mit eingezogenem Chor und Zwiebelturm von Hans Kogler, Turmunterbau und Sakristei spätgotisch

Die erste urkundliche Erwähnung Oberdorfens ist, wie bei Dorfen, um 773, da dabei nicht nach Dorfen und Oberdorfen unterschieden worden ist. Seine geschichtliche Bedeutung hatte Oberdorfen als Pfarrsitz von einem Gebiet, das die heutigen Pfarreien Dorfen und Oberdorfen umfasste, in der Maria Dorfen als reiche Wallfahrtskirche nur eine unter vielen Filialen war. Erst 1813 wurde Dorfen eine selbstständige Pfarrei. In Oberdorfen lag auch die Volksschule der Gemeinde Zeilhofen. In dem Gebäude befindet sich heute die Schießstätte der Isengau-Schützen. In den 1970er-Jahren wurde die große Huber-Siedlung angelegt, in der Werner Lorant wohnte.

Pfarrkirche St. Georg
Spätgotischer Bau des 15. Jahrhunderts (Chorbogen 1468) mit einer hohen Turmspitze, oberhalb des Ortes gelegen. An nennenswerter Ausstattung gibt es einen spätbarocken Hochaltar von 1740 sowie eine Kreuzigungsgruppe von Christian Jorhan dem Älteren aus dem Jahr 1780. Im nördlichen Seitenschiff befindet sich die Ruhestätte des Adelsgeschlechts der Zeilhofer.

Der Siedlungsname ist 771 als Niuhinga, 782 als Niuuihingas, 940 als Niuhinga, 1100 als Niuchingan und 1452 als Oberneuching bezeugt. Es ist der Personenname *Niwicho zu erschließen, der durch das Zugehörigkeitssuffix -ing abgeleitet ist. Neuching gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schwaben des Kurfürstentums Bayern. Oberneuching war Sitz einer Hauptmannschaft (sowohl für Ober- als auch Niederneuching). 1818 wurde mit dem bayerischen Gemeindeedikt die Gemeinde Niederneuching gebildet. Die Gemeinde Neuching wurde am 1. Januar 1970 durch den Zusammenschluss der damals selbständigen Gemeinden Oberneuching und Niederneuching neu gebildet.

Katholische Pfarrkirche St. Martin
Dreischiffiger Kirchenbau mit Chorflankenturm, im Kern spätromanisches Langhaus um 1200, Annakapelle 14./15. Jahrhundert, Chor und Turmunterbau spätgotisch 15. Jahrhundert, 1756/56 barockisiert und verändert, 1966/67 um ein Schiff nach Süden erweitert

Aus der frühen Bronzezeit (um 1650 v. Chr.) stammt ein 2014 entdeckter, sorgfältig geborgener und dokumentierter Hortfund (Spangenbarrenhort von Oberding), der 791 standardisierte Spangenbarren aus Kupfer aus dem Salzburger Land und vermutlich auch aus der Slowakei enthält und im Museum Erding ausgestellt ist. Die Mehrzahl dieser Barren war in Gruppen zu 10 mal 10 Bündeln abgelegt worden – einer der frühesten europäischen Hinweise auf die Verwendung eines Dezimalsystems und eines Gewichtssystems. Dieser Hinweis auf das Dezimalsystem in der Bronzezeit ist besonders interessant, weil später bis zur Römerzeit in Bayern Kelten siedelten, z. B. im Oppidum von Manching, die mit dem Vigesimalsystem in Zusammenhang gebracht werden, das auf der Grundzahl 20 statt zehn basiert. Der Ort Dieng (die heutige Gemeinde Oberding) taucht als "villa deoinga" erstmals in einer Urkunde vom 3. Juli 750 als Ausstellungsort einer Schenkungsurkunde des Baiernherzogs Tassilos III. auf. Der Ort war später Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark des Domkapitels des Hochstifts Freising, die mit dem Hochstift 1803 aufgehoben wurde. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Am 1. April 1934 wurde der Ortsteil Mariabrunn an Hallbergmoos abgegeben und 1938 Siglfing an Erding. Am 1. Mai 1978 wurde die Nachbargemeinde Notzing aufgelöst und deren Orte Notzing und Notzingermoos kamen zu Oberding, Goldach kam zu Hallbergmoos. Zwischen 1988 und 2018 erfuhr die Gemeinde nahezu eine Verdoppelung ihrer Einwohnerzahl von 3356 auf 6505 um 3149 Einwohner bzw. um 93,8 %.

Katholische Filialkirche St. Georg
Saalbau mit eingezogenem Chor und Chorflankenturm, Turm frühgotisch 1. Hälfte 14. Jahrhundert, sonst Neubau als Frühwerk von Anton Kogler, 1701/03, erweitert 1861

In den Freising’schen Chronika, die um 1700 erstellt wurden, wird der Ort Ottenhofen als „Outinhuni“ in Zusammenhang mit einer Schenkung im Jahre 1083 erwähnt. Der Name könnte „an“ oder „vor den Hügeln“ bedeuten. In der Broschüre „Sammlung zur Geschichte der Expositur und der Hofmark Ottenhofen“ aus dem Jahre 1910 wird vermutet, dass „Outanhofen-Outinhofen“ eine Ortschaft „bei den Höfen des Uto (Otto)“ bedeutet haben könnte. Aus dem Adelsgeschlecht der Ottenhofer ist aus den Berichten aus dem 11. Jahrhundert Ezzo von Outanhouen oder Ezzo de Outanoven (1078–1085) bekannt. Die Ottenhofer waren 500 Jahre die Herren der offenen Hofmark Ottenhofen, deren Sitz eine Burg war, die erstmals 1456 urkundlich erwähnt wird. Von Gerhard Ottenhofer berichtet eine Sandsteinplatte aus dem 15. Jahrhundert in der Mauer der Kirche Ottenhofens. Auf einer Platte aus dem 16. Jahrhundert wird der fürstliche Münzkämmerer Friedrich Eßwurm aus München erwähnt, der nachdem das Geschlecht der Ottenhofer nach 500 Jahren Herrschaft 1544 ausstarb, die Burg und die Hofmark Outanhouen 1545 aufkaufte und die Niedergerichtsbarkeit und Edelsmannfreiheit besaß. Danach wechseln die Besitzer häufig. Insgesamt sind gut zwei Dutzend Eigentümerfamilien bekannt. 1608 kaufte der abgedankte Herzog Wilhelm V. Ottenhofen, gab es aber drei Jahre später weiter an die Familie Schrenck aus Egmating. Von 1627 bis 1689 war das Geschlecht der Aham Besitzer der Hofmark. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg zerstört. An ihrer Stelle entstand das Schloss Ottenhofen. 1689 wurden die Grafen von Rivera Eigentümer des Schlosses und von 840 Tagwerk Grund. Ab 1709 gehörte Ottenhofen den Grafen von Perusa, die das Schloss auf seine maximale Größe ausbauten. Der Hofvizepräsident Karl Felix Perusa baute beim Schloss 1760 einen Rokoko-Teepavillon, der noch heute steht. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde Ottenhofen zur Gemeinde. Das Schloss gehörte noch bis 1821 den Grafen von Perusa, dann gab es keinen direkten männlichen Erben mehr und ein entfernter Verwandter aus der savoyischen Linie der Perusa übernahm Ottenhofen. Der französischsprachige Baron de la Perous, der sich „Franz Josef“ nennen ließ, verschönerte das Schloss weiter und baute einen Springbrunnen mit Becken im Schlossgarten. In dem Brunnen ertrank sein Sohn und Erbe Henrikus Carolus Felix. In den folgenden Jahren folgten zehn weitere Besitzer der Hofmark mit dem Schloss. 1892 kaufte als letzter der Brauereibesitzer Matthias Brenner aus Markt Schwaben den Besitz. Er ließ die Schlossbrauerei 1898 schließen und nutzte das Schloss nur noch zur Landwirtschaft. 1928 wurde Ottenhofen vom Bezirk Ebersberg abgetrennt und dem Bezirk Erding, dem heutigen Landkreis, angegliedert. Brenners Sohn Erwin verkaufte 1952 den Besitz, außer dem Wald, an die Bayerische Landessiedlung, was das Ende der Hofmark bedeutete. Die Bayerische Landessiedlung gab das Land an heimatvertriebene Bauern weiter. Die Gemeinde Ottenhofen kaufte 1954 das Schloss Ottenhofen und das zugehörige Grundstück. Das Schloss war stark baufällig, weswegen es bis auf einem Teil des Südflügels abgerissen wurde. 1967 wurde der abgerissene Teil des Südflügels durch einen neuen Anbau ersetzt. Im Schloss entstanden Wohnungen. Der Hof des Schlosses wurde zum heutigen Schlossplatz. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1121 auf 1951 um 830 Einwohner bzw. um 74 %.


Katholische Filialkirche St. Katharina
Saalbau mit Zwiebelturm, Langhaus im Kern romanisch, wesentlich umgebaut und barockisiert um 1700

Pastetten wurde erstmals 957 in einer Urkunde des Bischofs Abraham von Freising Pastetten als „Poustetin“ genannt. Seit Ende des 15. Jahrhunderts ist Pastetten als Hofmark im Besitz der adeligen Familie Preysing nachweisbar. 1682 verkaufen die Preysing die Hofmark Pastetten (mit der dazugehörenden Hofmark Kopfsburg) an das Hochstift Freising. Diese historischen Beziehungen wurden im Wappen durch den Mohrenkopf aus dem Freisinger Bistumswappen und durch die silberne Zinnenmauer aus dem Wappen der Preysing festgehalten. Die Hofmark wurde 1803 mit dem Hochstift Freising aufgehoben. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Der Pfarrsitz wurde 1854 von Poigenberg nach Pastetten transferiert. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1739 auf 2716 um 977 Einwohner bzw. um 56,2 %.

Katholische Pfarrkirche St. Martin
St. Martin ist im Kern ein schlichter spätgotischer Saalbau mit eingezogenem Chor. Das Mauerwerk besteht aus Backstein, ist aber heute weitgehend unter Putz verborgen. Nur an den oberen Turmgeschossen geht der Putz in Schlämmung über, sodass die Mauerstruktur erkennbar ist. Der frühgotische Turm an der Südseite des Chores stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. An der Süd- und Ostseite befinden sich Lisenen und Friese in Form von Dreieck, Staffelgiebel, Rundbogen und Zahnfriesen (deutsche Bänder). An den anderen Seiten sind die Formen aufgemalt. Der obere Teil des Turmes wurde später ergänzt. Alle drei Altäre wurden in den Jahren 1669 und 1675 geschaffen, also kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Die Kirche birgt viele spätgotischen Skulpturen, von denen der hl. Johannes des Täufers von Erasmus Grasser stammen könnte. Der Innenraum der Kirche wurde barockisiert und im Laufe der Zeit mehrmals verändert.

Der an der Goldach gelegene Ort Schwindkirchen wird unter Bischof Arbeo von Freising (764–784) erstmals urkundlich erwähnt. Aufgrund des Ortsnamens ist sicher, dass ein früher Kirchenbau existierte. Die Pfarrei Schwindkirchen dürfte im frühen Hochmittelalter entstanden sein. Im späten Frühmittelalter und im Hochmittelalter gab es einen höher gestellten Ortsadel. Bereits mit Bischof Atto von Freising (783/784–810/811) wird ein Einhard von Schwindkirchen erwähnt. Er übte die Vogteirechte, verbunden mit der niederen Gerichtsbarkeit, über die Klöster Tegernbach und Mainbach (beide im nahen Umkreis von Schwindkirchen) aus. Die Nachrichten über diese Familie sind sehr spärlich: 1120 finden sich in Urkunden ein Otto de Swinkirha und Ekkehardt; 1203 bzw. 1226 sind noch Nachfahren erwähnt, spätere Nachrichten fehlen. Bis zu deren Auflösung 1806 gehörte der Ort zur dem bayerischen Kurfürstentum eingegliederten Grafschaft Haag. 1818 entstand mit dem Gemeindeedikt die Gemeinde Schwindkirchen. Am 25. November 1864 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Stollnkirchen eingemeindet. Die Gemeinde mit ihren 21 Gemeindeteilen lag zunächst im Bezirksamt Wasserburg und kam dann am 1. Januar 1880 zum Bezirksamt Mühldorf. Schließlich wechselte Schwindkirchen am 1. Juli 1972 durch die Eingliederung in die Stadt Dorfen in den Landkreis Erding. 1969 wurde am westlichen Ortsrand die Georg-von-Dillis-Siedlung und in den Jahren um 1980 am südlichen Ortsrand die Siedlung Steinberg angelegt. 1969 wurde die Hauptschule Schwindkirchen nach Dorfen verlegt.

Pfarrkirche Maria Himmelfahrt
Der heutige Kirchenbau wurde 1782/83 an Stelle eines gotischen Vorgängerbaus, von dem der Spitzhelm-Kirchturm übernommen wurde, von dem Münchener Hofbaumeister Leonhard Matthäus Gießl errichtet. Es entstand eine Kirche im Übergangsstil vom Spätrokoko zum Frühklassismus. Das Langhaus hat drei Joche mit Abschrägungen zum Chor und besitzt ein Lattengewölbe und der Chor ist zweijochig mit halbrundem Abschluss. Die Stuckarbeiten fertigte der Hofstukkateur Franz Xaver Feuchtmayer der Jüngere und die Deckengemälde stammen vom Hofmaler Christian Wink. Den Kreuzweg fertigte der Hofmaler F.I. Oefele, dessen Rahmen noch aus der alten Kirche stammt. Den Hochaltar schuf Anton Fackler (Dorfen), die Bildhauerarbeiten dafür stammen von Christian Jorhan dem Älteren aus Landshut. Das Langhaus-Fresko stellt die Verkündigung Mariens und das im Chor Mariens Krönung dar. Das Hochaltarbild, aus der alten Kirche übernommen, zeigt die Himmelfahrt Mariens. Die Seitenaltäre fertigte Chr. Jorhan d. Ält.

Im Jahre 975 verließ der Regensburger Bischof Wolfgang seinen Bischofssitz infolge politischer Wirren und flüchtete in das Goldachtal. Einer 1737 in einer päpstlichen Bulle niedergeschriebenen Legende zufolge warf der Bischof von den Hügeln östlich des heutigen Ortes St. Wolfgang eine Hacke ins Tal. An der Stelle, wo diese auf den Boden fiel, sei daraufhin eine Quelle mit frischem Wasser erweckt worden. Bischof Wolfgang habe sich dort in einer Hütte („Zelle“) niedergelassen und somit den Grundstein für den Ort St. Wolfgang gelegt. Das so genannte Wolfgangsbrünnlein findet sich noch heute in der Wolfgangskapelle, die sich wiederum in der im 15. Jahrhundert fertiggestellten St. Wolfganger Kirche befindet. Erste Besiedlungsspuren im Bereich der heutigen Gemeinde St. Wolfgang sind bis in die Jungsteinzeit zurück nachzuweisen. Jahrhunderte später folgten Kelten und Römer, letztere vor allem als Reisende auf einer das Gemeindegebiet von Nord nach Süd durchquerenden Römerstraße. Mit der bajuwarischen Landnahme um das Jahr 500 begann schließlich eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung der Gegend. Als offizielles Gründungsdatum des Ortes St. Wolfgang wird, in Bezug auf die Legende, das Jahr 975 angesehen. Das 1000-jährige Jubiläum wurde im Jahr 1975 groß gefeiert. Ab 1180 wurde die heutige Gemeinde St. Wolfgang durch die freien Reichsgrafen von Haag regiert, die das Gebiet vom Kaiser als Lehen erhielten. Während ihrer bis 1566 andauernden Herrschaft sorgten die Reichsgrafen unter anderem für den Bau der großen Kirchen in St. Wolfgang, Großschwindau, Lappach, Pyramoos und Schönbrunn. Die Grafen hatten ferner die niedere Gerichtsbarkeit inne, woran noch heute Inschriften an der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Balkendecke des Gasthauses zum Schex in St. Wolfgang erinnern. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) fanden insbesondere während des so genannten „schwedischen Kriegs“ (1630–1635) umfangreiche Kriegshandlungen auf dem Gemeindegebiet statt. Auch Schlachten der Spanischen und Österreichischen Erbfolgekriege (1701–1714 und 1741–1748) fanden zum Teil um St. Wolfgang statt. Auch die große Schlacht von Hohenlinden im Jahre 1800, die Napoléons General Moreau im Rahmen von Frankreichs Krieg gegen Österreich führte, hatte durch die geographische Nähe unmittelbaren Einfluss auf das heutige Gemeindegebiet. Trotzdem entwickelten sich Ort und Region gut. 1733 wurde St. Wolfgang durch Kurfürst Karl Albrecht zur „geschlossenen Hofmark“ ernannt; gleichzeitig wurde ein bescheidenes Kollegiatstift gegründet, das bis zur Säkularisation 1803 bestand. Die Errichtung einer Hofmark wurde auch dem Ort Schönbrunn wenige Jahre später zuteil. Die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert sorgten für große Verluste in der Bevölkerung, jedoch blieb die Region um St. Wolfgang von Kampfhandlungen und größeren Zerstörungen verschont.

Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Wolfgang (1484)
Die nördliche Seitenkapelle (Wolfgangskapelle) stammt aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts, ein erster Bau wird auf das 11. Jahrhundert vermutet. Der Hauptbau entstand zwischen 1439 und 1477. Die Kapelle wurde 1484 eingeweiht. Anfang des 16. Jahrhunderts war sie einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Süddeutschlands. Es bestand hier von 1733 bis 1803 ein Kollegiatstift. Die Stiftspropstei (Oberhaupt des Stiftes), stand dem jeweiligen Propst des Wittelsbacher Haus-Ritterordens vom Hl. Georg zu. Dieser Propst bekleidete als oberster Geistlicher der adeligen Ordensgesellschaft eine hohe Ehrenstellung am kurfürstlichen Hof und war infuliert, das heißt, er hatte ehrenhalber das Recht, Mitra und Krummstab zu tragen. 1774 bis 1789 bekleidete dieses Amt Joseph Ferdinand Guidobald von Spaur, gefolgt von Graf Damian Hugo Philipp von Lehrbach (1738–1815), als letztem Propst vor der Säkularisation. 1679 wurde die ursprünglich gotische Kirchenausstattung durch eine barocke Ausstattung ersetzt. Hervorzuheben sind dabei der hl. Wolfgang, der von den heiligen Rittern Sigismund und Georg auf dem Hochaltar flankiert wird, der Kreuzigungsaltar beim Nordeingang und vor allem einer Holzskulptur einer Anna selbdritt auf dem rechten Seitenaltar. Unter dem Altar der Kapelle entspringt heute noch die Wolfgangsquelle, auf deren Heilkraft die Gemälde an der Empore des Chores hinweisen. Die Orgel wurde 1937 von Georg Glatzl gebaut. Sie hat 29 Registern auf zwei Manualen und Pedal.

Schröding, eine der ersten Siedlungen in der Umgebung, wurde um 800 von einem Mann namens Scort gegründet. Im Jahr 1050 wird ein Hiltolf de Scrotingin urkundlich erwähnt. In der Folgezeit wurde das Gotteshaus von Adlkirchen nach Schröding verlegt. Die Kirche in Schröding wird 1315 als Filialkirche Steinkirchens erwähnt. Die heutige Pfarrkirche St. Urban und Nikolaus ist spätgotisch um 1450. Ab 1901 war Schröding Expositur der Pfarrei Steinkirchen, seit 1921 besteht eine eigenständige Pfarrei. Schröding ist von Anfang an Teil der 1818 durch das bayerische Gemeindeedikt gebildeten Gemeinde Kirchberg und dessen Schulsitz. Heute besteht ein Schulverband mit der Nachbargemeinde Hohenpolding.

Pfarrkirche St. Nikolaus
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Nikolaus (auch Pfarrkirche St. Urban und Nikolaus) in Schröding ist eine Saalkirche mit eingezogenem Polygonalchor, die im Kern aus dem 15. Jahrhundert stammt. In den Jahren 1702/03 wurden das Langhaus und der Turmoberbau barockisiert, 1931 das Langhaus nochmals erweitert. Die Pfarrei St. Nikolaus in Schröding gehört zum Dekanat Dorfen des Erzbistums München und Freising und bildet mit den Nachbargemeinden St. Vitus in Burgharting, Mariä Heimsuchung in Hohenpolding, St. Stephanus in Inning am Holz sowie St. Johannes in Steinkirchen den Pfarrverband Holzland. Filialkirchen von Schröding sind St. Peter und Paul in Kirchberg und St. Martin in Niederstraubing. Eine Kirche in Schröding, wohl der Vorgängerbau der heutigen Kirche, wurde erstmals im Jahr 1315 als Filiale von Steinkirchen erwähnt. Der heutige spätgotische Bau stammt aus der Zeit um 1450. Davon sind der zweijochige, dreiseitig geschlossene Chor und der Unterbau des Turmes erhalten. Im Dreißigjährigen Krieg, genauer im Jahr 1634, erfolgte ein Angriff der Schweden auf Schröding. Die Brandschäden konnten aus Geldmangel zunächst nur notdürftig repariert werden. In den Jahren 1702/03 erfolgte schließlich der Neubau eines großzügigeren Langhauses und eines Turmoberbaus. Mit Pilastergliederung an Langhaus und Turmschaft, rundbogigen Fensteröffnungen und einer stark eingeschnürten Zwiebelkuppel gestaltete Baumeister Anton Kogler aus Erding die neu errichteten Bauteile im zeittypischen Barockstil. Ebenfalls in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand die zweigeschossige, am Chorscheitel angebaute Sakristei. Auch der Innenraum wurde in dieser Zeit barock ausgestattet. Aufgrund eines Bevölkerungszuwachses war ab 1907 eine Vergrößerung der Kirche geplant. Infolge des Ersten Weltkriegs und einer finanziellen Notlage gelangten die Pläne erst 1931 zur Ausführung, als der Münchner Architekt Karl Kergl – ein Vertreter der Postbauschule – das Langhaus durch einen großzügigen Anbau auf der Westseite erweiterte. Bereits 1901 war Schröding zur Expositur der Pfarrei Steinkirchen, 1921 zu einer eigenen Pfarrei erhoben worden. In den Jahren 1968 bis 1973 erfolgte eine Gesamtrenovierung der Pfarrkirche, 1990 baute man die Vorhäuser zu den Portalen auf der Nord- und Südseite an. Im Jahr 2002 wurden Turm und Dachstuhl saniert, im Dezember 2012 musste die marode Empore zur Notsicherung abgestützt werden, im April 2014 musste auch der Chorbogen notgesichert werden. 2013 wurde eine neue Warmluftheizung eingebaut, da die alte im Dezember 2010 irreparabel ausgefallen war. In den Jahren 2017/18 erfolgte schließlich die vorerst letzte Restaurierungsmaßnahme, eine vollständige Innenrenovierung um rund 1,3 Millionen Euro. Die Orgel der Schrödinger Pfarrkirche, eine Denkmalorgel, wurde 1869 von dem Orgelbauer Jakob Müller aus Tuntenhausen in einem neoromanischen Prospekt errichtet. Das rein mechanische Schleifladeninstrument mit freistehendem Spieltisch wurde mehrmals restauriert, bevor 1973 durch Ludwig Wastlhuber ein tiefgreifender Umbau erfolgte. Die acht Register teilen sich auf ein Manual und ein fest angekoppeltes Pedal auf. Die Disposition lautet wie folgt.

Katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt
Der stattliche und für den Erdinger Barock typische und prägnante Kirchenbau wurde von 1714 bis 1717 vom Erdinger Maurermeister Anton Kogler errichtet und am 05.10.1719 vom Freisinger Bischof Johann Franz Ecker geweiht. Sie ist nicht die erste Kirche, sondern bereits die dritte, die an dieser Stelle erbaut wurde. Der Erdinger Kistler Johann Eckhart und der Erdinger Bildhauer Josef Senes schufen den prunkvollen Hochaltar, in dessen Mitte sich das ursprüngliche gotische, um 1500 entstandene Gnadenbild befindet. Die wertvollen und herrlichen Skulpturen stammen von Christian Jorhan aus Landshut. Das Deckengemälde schuf der Münchner Hofmaler Johann Martin Heigl im Jahre 1765. Es zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel und erhielt als Beigaben Szenen aus dem Leben Mariens. Die übrige künstlerische Ausstattung stammt überwiegend von in der Gegend beheimateten Künstlern. Das Zentrum der Verehrung ist das spätgotische Gnadenbild im Hochaltar, eine auf einer großen, schlangenumwundenen vergoldeten Weltkugel stehende Maria mit Kind auf dem rechten Arm, beide bekrönt. Die im 17. Jahrhundert einsetzende Wallfahrt, von deren Entstehung nichts bekannt ist, währte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Zwei im Pfarrarchiv befindliche Bücher zeugen u. a. von der großen Zeit der Wallfahrt zur „Muttergottes von Tading“. Über 6 Jahrhunderte lang gehörten Forstern, Tading und Harthofen als Filialen der Pfarrei Buch am Buchrain an. Erst im Jahr 1827 wurde Reithofen aus der Pfarrei Pemmering in die Pfarrei Buch am Buchrain „eingepfarrt“ und 19 Jahre später, also im Jahre 1846 mit den Filialen Forstern, Tading und Harthofen zur „Expositur Reithofen“ erhoben.
Zu einer weiteren Umstrukturierung kam es, als die Expositur Reithofen 1965 durch die Gründung der Pfarrkuratie Forstern-Tading abgelöst wurde. 1969 schließlich wurde sie zur Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“ mit der Wallfahrtskirche in Tading als Pfarrkirche erhoben.

Die Gründung Taufkirchens dürfte in das 7. und 8. Jahrhundert, also in die Zeit der Christianisierung fallen. Wahrscheinlich wurde nahe der Vils eine – sicherlich hölzerne – Taufkirche gebaut, die einem Freiengeschlecht und dem späteren Ort den Namen gab. Zur damaligen Zeit gehörte Taufkirchen zur alten Pfarrei Moosen, die bereits 769 unter Herzog Tassilo erstmals erwähnt wird. Während dieser Zeit hatte Taufkirchen nur das Taufrecht. Erst 1263 ist in einem Streit mit Moosen die Taufkirchner Kirche als Pfarrkirche genannt. Das Freiengeschlecht der Edlen „de taufkirchen“ lässt sich bis ins 13. Jahrhundert nachweisen. Nach 1263 sind keine urkundlichen Nachweise der Edlen von Taufkirchen mehr zu finden. Das Wasserschloss Taufkirchen wird um 1263 ausdrücklich erwähnt und bildet fortan die Kernzelle, aus der sich der Ort entwickelte. Die jeweiligen Schlossherren waren die Grund- und Gerichtsherren im Ortsbereich und der nächsten Umgebung. Da ihr Grundbesitz zur Hofmark erhoben wurde. Ab 1377 kamen die Herren von Fraunberg als Besitzer von Taufkirchen vor. Im Heiligen Jahr 1500 durchzogen viele Pilger auf ihrer Romreise durch Taufkirchner Gebiet, was aus der Straßenkarte von Erhard Etzlaub aus diesem Jahr hervorgehen dürfte. Im Jahre 1522 kam Ladislaus von Fraunberg aus der Haager Linie in den Besitz von Taufkirchen. Mit ihm brachen die Wirrnisse und Unruhen der Glaubensspaltung über den Ort herein. Um sich die Mittel für seine glänzende Hochzeit zu verschaffen, verkaufte er 1554 Schloss und Hofmark für 41.000 Gulden an den Kaufmann Hans Jakob Fugger. Von da an bis 1672 herrschten die Grafen Fugger in Taufkirchen. Sie setzten alles wieder in einen guten Zustand und Hans Jakob Fugger ließ einen Zwinger um das Schloss errichten, durch den man sich im Kriegsfall verteidigen konnte. Der Altar in der Schlosskapelle trägt auch ihr Wappen. 1609 wurde erstmals ein „Schulmeister“ am Ort erwähnt. Unter den Fuggern kam eine schwere Zeit über Taufkirchen, insbesondere während des Dreißigjährigen Krieges. Am 13. Mai 1632 fielen die Schweden in Taufkirchen ein und im Jahre 1633 waren die Kaiserlichen im Ort. 1634 kamen wieder die Schweden und besetzten bis 1648 abwechselnd mit den Franzosen die Gegend. Das Bräuhaus wurde 1642 während der Fuggerherrschaft gebaut. Durch die wiederholten kriegerischen Ereignisse wurde das Vermögen der Fugger in Anspruch genommen und das Schloss musste 1658 an den Reichsfreiherrn Ferdinand von Puech zwangsversteigert werden. Die Freiherrn von Puech herrschten als Schlossbesitzer von 1672 bis 1723 in Taufkirchen. Baron Adam von Puech erweiterte die Hofmark um die Orte Frauenvils, Aham, Schaffhausen, Reckenbach, Eldering, Adlberg, Heldering, Stadl, Wegmann, Kirchlern. Nachdem Adlberg zu seiner Hofmark gehörte, verlegte Adam von Puech kurzerhand den Adlberger Markt nach Taufkirchen. Adam von Puech starb im Jahre 1722 kinderlos; in der Folgezeit wechselten die Besitzverhältnisse für das Schloss und die zugehörigen Güter recht häufig. Jahrhundertelang war das Schloss der wirtschaftliche Mittelpunkt des Ortes, was aus den beiden von Kupferstecher Wening 1699 angefertigten Ansichten vom Schloss Taufkirchen hervorgeht. Die meisten Ortsbewohner arbeiteten als Knechte, Mägde, Taglöhner und Handwerker bei der Herrschaft. Über eigene Höfe und Werkstätten verfügten sie aber nicht.

Pfarrkirche St. Pauli Bekehrung
Historisierender Saalbau mit stark eingezogenem polygonalem Chorabschluss, angefügter Sakristei und Spindelhelm, von Joseph Elsner 1889/90, Unterbau des Westturms noch spätgotisch; mit Ausstattung des Vorgängerbaus.

Wasserschloss Taufkirchen
Das Schloss wurde 1263 erstmals urkundlich mit seinem Besitzer Grimold von Taufkirchen erwähnt. Später herrschten hier die Herren von Fraunberg. 1544 bis 1672 waren die Fugger die Besitzer, denen die Freiherren von Puech folgten. Im 19. Jahrhundert gehörte das Schloss den Freiherren von Moreau, hier wurde 1860 Alexander von Moreau geboren. 1917 gründeten Taufkirchner Bürger eine Genossenschaft und kauften das Schloss und die Brauerei. 1919 erwarb der Landarmenverband Oberbayern das Schloss und Gut von Taufkirchen. Fünf Jahre später wurde daraus die Oberbayerische Landesfürsorgeanstalt und 1970 das Bezirkskrankenhaus. Aus diesem entwickelte sich das heutige kbo-Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen (Vils). Seit Mitte der 1990er-Jahre finden kulturelle Veranstaltungen statt. 2005 erwarb Nico Forster das Schloss, der 2010 verstarb. Bis 2010 wurde das Schloss renoviert und stand zu Teilen der Gemeinde zur Verfügung. 2016 erwarb die Gemeinde Taufkirchen das Schloss von Forsters Erbengemeinschaft.

Die älteste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 749, als ein Amilo seinen Besitz an die Kirche zu Freising übertrug. Walpertskirchen gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding des Kurfürstentums Bayern. Es bestanden enge grundherrschaftliche Verbindungen zum Hochstift Freising und dessen Kollegiatstift Isen. Die Familie Türndl hatte im 15. und 16. Jahrhundert den Edelsitz in Deuting inne. Im Jahre 1818 entstand die heutige Gemeinde.

Katholische Pfarrkirche St. Erhard (1491)
Zweischiffige Wandpfeilerkirche mit Zwiebelturm von 1491 (bezeichnet), von Johann Baptist Lethner 1766 überarbeitet, 1884 Restaurierung und teilweise neue Innenausstattung durch den Münchner Architekten Joseph Elsner; 1902/05 um zwei Achsen verlängert und Turmneubau.

Um 1105 gelangten die Wittelsbacher Pfalzgrafen in Besitz verschiedener Güter und Ländereien an Strogn und Sempt und errichteten an der Stelle einer wohl schon im 10. oder 11. Jahrhundert bestehenden Befestigungsanlage um 1116/17 eine Burg am „monte Wartenberc“. Dadurch wurde Wartenberg ein bedeutender Zentralort für die Wittelsbacher Besitzungen im Erdinger Raum. Zeitweise benannten sich die Wittelsbacher auch nach ihrem Wartenberger Sitz. Der zu Beginn des 13. Jahrhunderts noch als „Dorf“ bezeichnete Ort erhielt vermutlich bereits 1290, sicher jedoch mit der belegten Bestätigung 1329 das Marktrecht. Im 14. Jahrhundert verlor die Burg Wartenberg zunehmend ihre militärische Notwendigkeit und wurde um 1370 abgetragen; heute kann man auf dem Nikolaiberg die mittelalterliche St. Nikolaus-Kapelle besuchen. Wegen der waldreichen, schönen Gegend kamen die Wittelsbacher nach wie vor gerne nach Wartenberg und errichteten unweit der ehemaligen Burganlage ein Jagdhaus (urkundlich erwähnt 1409) am Nikolaiberg. Es steht als ältestes profanes Gebäude noch an der ursprünglichen Stelle und wurde bis heute verschiedentlich genutzt (Firmensitz, Schulhaus, Künstlerhaus). Ferdinand von Bayern, der nachgeborene Sohn des Herzogs Albrecht V. heiratete am 26. Dezember 1588, gegen den Widerstand seiner Familie, in morganatischer Ehe Maria von Pettenbeck, die 15-jährige Tochter des Haager Landrichters Georg von Pettenbeck. Wegen des niedrigen Adelsstands seiner Frau, der von den Hausgesetzen nicht als ebenbürtig anerkannt wurde, entsagte Ferdinand für sich und seine Nachkommen auf die bayerische Thronfolge, erhielt jedoch Schloss und Gut Wartenberg, jährliche Apanagezahlungen, zwei Rittergüter, sowie die vertragliche Zubilligung der Sukzession in Bayern bei einem eventuellen Aussterben der Nachkommen seines älteren Bruders Wilhelm V. Dieser schenkte dem Paar bei der Hochzeit zusätzlich die Grafschaft Haag, wo die Braut herstammte. 1602 erhob er die Kinder zu Gräfinnen und Grafen von Wartenberg. Jene Seitenlinie der Wittelsbacher, auch die sogenannte „Ferdinandinische Linie“ genannt, erlosch 1736 im Mannesstamm, sonst hätte sie 1777, beim Aussterben der bayerischen Wittelsbacher – neben den pfälzischen Familienzweigen Sulzbach bzw. Zweibrücken, wovon alle heutigen Wittelsbacher abstammen – einen Rechtsanspruch auf die Nachfolge gehabt. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 3214 auf 5461 um 2247 Einwohner bzw. um 69,9 %.

Pfarrkirche Mariä Geburt
Vor dem Bau der jetzigen Pfarrkirche war die heutige Friedhofskapelle St. Georg im Ortsteil Rocklfing links der Strogen das einzige Gotteshaus in Wartenberg. Es handelt sich dabei um einen spätgotischen Saalbau, der um 1500 errichtet wurde. Als Pfarrei wurde Rocklfing erstmals 1315 erwähnt, bis 1724 war St. Georg – damals noch der Gottesmutter Maria geweiht – Pfarrkirche. Da das kleine Kirchlein baufällig war, musste im Jahr 1719 das Langhaus abgerissen werden; Chor und Turm sind bis heute erhalten. Stattdessen wurde in der Nähe des Marktplatzes ein neues Gotteshaus, die heutige Pfarrkirche, von Grund auf errichtet. Die Grundlegung erfolgte am 27. April 1719. Die Bauarbeiten in den Jahren 1719 bis 1723 leitete der Erdinger Stadtbaumeister Anton Kogler, von dem zahlreiche Barockkirchen im Erdinger Land stammen. Die Pfarrkirche zu Wartenberg ist allerdings der größte Bau, den er zu verantworten hatte. Die Kirchweihe vollzog der Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher am 22. August 1724. Damals war der Rohbau von Langhaus, Chor und Sakristei bereits fertiggestellt, während der Turm noch nicht über das hohe Satteldach des Kirchenschiffes hinausragte. Außerdem waren die Altarnischen noch unbelegt. Da die Pfarrei durch die enormen Baukosten und durch Beschädigungen am Pfarrhof infolge von Brandstiftung verarmt war, wurde erst nach etwa 40 Jahren wieder Hand an den Kirchenbau gelegt. Im Jahr 1763 wurden unter Leitung von Johann Baptist Lethner, Anton Koglers Nachfolger als Erdinger Stadtmaurermeister, dringend erforderliche Reparaturen durchgeführt, der gesamte Bau verputzt und gleichzeitig das heutige Turmobergeschoss mit Zwiebelhaube aufgesetzt. Der Entwurf dazu stammt möglicherweise von Abraham Kirschenhofer. Die Ausstattung des Kircheninneren entstand in einem Zeitraum von etwa zwanzig Jahre ab der Weihe und stammt größtenteils von namentlich nicht bekannten Kunsthandwerkern, die aber wahrscheinlich in Erding und Umgebung zu suchen sein dürften. In jüngster Zeit wurden einige Baumaßnahmen an der Kirche vollzogen. So wurde 1988 von Anton Staller eine neue Orgel errichtet. Im Jahr 2013 wurde eine Innenrenovierung der Kirche abgeschlossen, bei der unter anderem Volksaltar, Ambo und Priestersitz erneuert wurden. In den neuen Zelebrationsaltar ist eine Blutreliquie des 2011 seliggesprochenen Papstes Johannes Paul II. eingefasst. Im Jahr 1992 wurde der Pfarrverband mit der Pfarrei St. Peter und Paul in Berglern gegründet, welcher 2013 mit den Pfarreien Langenpreisung und Zustorf auf seine heutige Größe erweitert wurde.

Wörth wurde im Jahre 788 zum ersten Mal als „Weride“ erwähnt (althochdeutsch für ‚wasserumspültes Land‘). Der Ort gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding des Kurfürstentums Bayern, Grundherren war bis zur Säkularisation 1803 der Bischof von Freising. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Katholische Pfarrkirche St. Petrus (1738/40)
Saalbau mit Spindelhelm, bedeutender Barockbau von Johann Baptist Lethner.

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